Bitterer Jahresabschluss für den ESV

Buchloer Piraten verlieren das letzte Spiel des Jahres gegen Kempten durch ein ganz spätes Gegentor

 

Buchloe (chs) Das Kalenderjahr 2021 ist für den ESV Buchloe am Donnerstagabend mit einem ganz bitteren Finale zu Ende gegangen. Denn im Allgäu-Derby in der Buchloer Sparkassenarena gegen die Kempten Sharks unterlagen die Piraten nach einem intensiven Duell zweier Teams auf Augenhöhe denkbar unglücklich mit 2:3 (1:1, 0:1, 1:1). Alles sah nach fast 60 packenden und sehenswerten Minuten bereits nach der wohl gerechten Punkteteilung aus. Doch dann kassierten die Freibeuter – wie auch schon knapp zwei Wochen zuvor gegen den Tabellenzweiten Miesbach – ein ganz spätes Gegentor in der Schlussminute, womit die Hausherren schließlich das traurige Nachsehen hatten.

 

Zuvor war es war das erwartete Spiel zweier Mannschaften gewesen, die nicht umsonst vor der Partie in der Tabelle punktgleich über dem Strich standen. Und so bekamen die gut 300 Zuschauer ein temporeiches und über weite Strecken ausgeglichenes Derby zu sehen, in dem keiner der beiden Rivalen auch nur einen Zentimeter auf dem Eis zurücksteckte. Ohne großes Abtasten waren es die Piraten, die nach schöner Vorarbeit von Timo Hauck durch Lukas Brückner früh in Front gingen. Keine zwei Minuten waren absolviert, als schon der erste Schuss auf das von Jennifer Harß gehütete Tor saß. Doch die Antwort der Sharks dauerte nicht lange – gerade einmal eine gute Minute um genau zu sein. Dann überwand auch der völlig blanke Daniel Rau Buchloes Schlussmann Johannes Wiedemann zum ersten Mal aus spitzem Winkel (4.). Nach dem munteren Auftakt bot auch der restliche erste Abschnitt einiges. Doch beide Teams konnten die an diesem Abend in absoluter Bestform agierenden Torhüter bis zur ersten Pause nicht mehr überwinden. Während Michal Petrak mit einem vergebenen Alleingang (12.) und Timo Hauck mit einem Lattentreffer (13.) die besten Buchloer Einschusschancen hatten, scheiterten auch die Gäste zweimal am wachsamen ESV-Schlussmann (14./15.).

So wurden leistungsgerecht mit dem 1:1 die Seiten getauscht, wobei sich auch im Mittelabschnitt nicht all zu viel am Geschehen auf dem Eis ändern sollte. Nach etwas aktiverem Start der Piraten tauchten auch die Kemptener anschließend wieder mehrfach brandgefährlich vor dem Tor auf. Die rasante Partie wog stellenweise hin und her, wobei sich keiner der beiden Kontrahenten einen echten Vorteil verschaffen konnte, um so das Spiel an sich zu reißen. Umso ärgerlicher, dass nach einer recht kleinlichen Strafzeit gegen den ESV dann doch der Führungstreffer für die Sharks fiel. Nikolas Oppenberger wurde dabei nicht entscheidend genug attackiert und konnte seinen Sololauf schließlich an Wiedemann vorbei zum 1:2 in die Maschen setzen (34.).

Somit mussten die weiter vorbildlich kämpfenden Rot-Weißen im Schlussabschnitt einem Rückstand hinterherlaufen. Mit zwei Überzahlmöglichkeiten hatte dort man allerdings sofort die große Chance zum Ausgleich zu gelangen. Doch die Scheibe wollte einfach nicht ins Tor. Die dritte Überzahlsituation nach 49 Minuten brachte dann aber schließlich doch das verdiente 2:2. Fast schon symptomatisch arbeitete Andreas Schorer dabei den Puck förmlich über die Linie, nachdem Harß die Hartgummischeibe nach einem Krafczyk-Schuss nur prallen lassen konnte. Als alles bereits auf die wohl gerechte Punkteteilung und Verlängerung hindeutete, erlebten die Buchloer ein bitteres Déjà-vu. Wie schon vor knapp zwei Wochen gegen Miesbach mussten die Hausherren nämlich in der Schlussminute trotz aufopferungsvollem Fight den ganz späten KO hinnehmen. In Überzahl war es Kemptens Kontingentspieler Robert Lepine, dem der Lucky Punch für die Sharks gelang und der für das denkbar unglücklichste Ende zum Jahresabschluss auf ESV-Seite sorgte.

 

Nachdem Königsbrunn zeitgleich überraschend den Zweiten Miesbach mit 7:1 besiegen konnte, ist der Vorsprung der Buchloer auf die neuntplatzierten Pinguine wieder auf 10 Punkte geschmolzen, wobei die Königsbrunner auch noch ein Spiel weniger absolviert haben. Es bleibt also spannend für die restlichen sechs Hauptrundenpartien, zumal der ESV in den nächsten beiden Spielen zum Jahresstart mit Grafing und Miesbach ausgerechnet zu den beiden Spitzenmannschaften der Liga reisen muss.  

 

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Die Gesamtstatistik zum Allgäu-Derby: –> Ansehen