Piraten lassen unnötig einen Punkt liegen

ESV Buchloe muss gegen den SC Reichersbeuern bis ins Penaltyschießen – gewinnt dort aber mit 4:3

 

Buchloe (chs) Am dritten Spieltag hat der ESV Buchloe erstmalig etwas Federn lassen müssen und einen kleinen Dämpfer erhalten. Zwar siegten die Gennachstädter am Sonntagabend zu Hause gegen den SC Reichersbeuern mit 4:3 (3:1, 0:1, 0:1), doch das erst nach Penaltyschießen. Zuvor hatten die Hausherren eine 3:1 Führung denkbar ärgerlich aus der Hand gegeben und das, obwohl man zuvor wieder zahlreiche Torchancen hatte, um den Sieg weitaus früher unter Dach und Fach zu bringen. Doch mit dem Ausgleich kurz vor Schluss – ausgerechnet bei eigener Überzahl – kam man dieses Mal nicht mit einem blauen Auge davon, wie ein enttäuschter Trainer Christopher Lerchner nach dem Spiel einräumte.

 

Das Problem der Abschlusseffektivität zieht sich bislang ein bisschen wie ein roter Faden durch die noch junge Saison. Und so hatten die Buchloer sich auch dieses Mal im Startdrittel gut ein halbes Dutzend bester Einschussmöglichkeiten herausgespielt, die dann aber teilweise leichtfertig liegen gelassen wurden. Stellenweise hatten die Freibeuter an diesem Abend allerdings auch nicht das nötige Scheibenglück oder der starke Gästekeeper Kilian Haltmair war im Weg.
Nachdem der ESV anfangs zwei Unterzahlsituationen ohne Gegentreffer überstanden hatte, sorgte Alexander Krafczyk nach zehn Minuten für die 1:0 Führung. Doch diese währte nicht lange: Nur zweieinhalb Minuten später ließ man den Gästen nämlich zu viel Platz, den Andreas Andrä eiskalt mit dem Ausgleich bestrafte. Die Buchloer hatten aber noch vor der Pause die entsprechende Antwort parat. Ein schönes Solo, das Marco Göttle nervenstark flach abschloss (16.) und ein weiterer Treffer von Michal Telesz (20.) brachten den Gastgebern einen 3:1 Vorsprung zur ersten Pause ein, der für die Reichersbeurer sogar auf Grund besagter fahrlässiger Chancenverwertung des ESV noch eher schmeichelhaft war.

Auch im Mittelabschnitt waren die Buchloer die Mannschaft, die mehr für die Offensive tat – doch weiter mit überschaubarer Durchschlagskraft. So brachten man selbst bei zweiminütiger doppelter Überzahl die Scheibe nicht im Tor unter und verpassten es so, die Führung weiter auszubauen. Und das rächte sich nach 29 Minuten, als erneut Andrä auf 3:2 verkürzte. Auch im Anschluss hatten die Piraten weiter reichlich Gelegenheit zu weiteren Treffern, doch das vierte Tor wollte einfach nicht fallen. Aber auch ESV-Schlussmann Alexander Reichelmeir musste sein Können unter Beweis stellen, rettete aber gegen den auffälligsten Reichersbeurer, Andreas Andrä, reaktionsschnell mit der Fanghand (35.).

Und so ging es mit dem knappen 3:2 auch in den dritten Durchgang, wo nicht mehr so viel vor den Toren passierte wie in den vorangegangenen 40 Minuten. Demnach mussten sich die Piraten den Vorwurf gefallen lassen, dass sich trotz der vielen Tormöglichkeiten nun eine unnötige Zitterpartie entwickelte, auch weil die cleveren Gäste kämpferisch nie aufsteckten. Nachdem die Buchloer kurz vor Schluss noch einmal eine Unterzahl überstanden hatten, schien der Sieg fast schon in trockenen Tüchern, vor allem da der ESV zweieinhalb Minuten vor dem Ende selbst in Überzahl agieren durfte. Doch ausgerechnet hier bekamen die Pirates tatsächlich noch spät die Quittung in Form des Ausgleichs. Erst konnte Alexander Reichelmeir sogar noch einen Alleingang gegen Peter Fischer parieren (58.), um Augenblicke später bei einem neuerlichen Unterzahl-Konter doch das 3:3 zu bekommen (59.).

Da die anschließende Verlängerung torlos blieb, musste schließlich das Penaltyschießen über den Sieger entscheiden. Und hier sicherten sich die Freibeuter wenigstens durch die verwandelten Versuche von Marc Barchmann und Maximilian Schorer noch den Zusatzpunkt, der zumindest etwas über den zuvor unnötig liegengelassenen Zähler hinwegtröstete.

 

Die Pressekonferenz nach der Partie: –> Ansehen

Alle Versuche des Penaltyschießens noch einmal zum Nachschauen: –> Ansehen

Die Spielstatistik: –> Anzeigen