Zurück zu den Wurzeln
Mit Eigengewächs Nicolas Strodel kehrt ein oberligaerfahrener Angreifer zu den Ursprüngen seiner Laufbahn zurück
Buchloe (chs) Das ist ein echtes Ausrufezeichen: Nach einigen Abgängen – worunter sich unter anderem auch die beiden letztjährigen Topscorern befanden– können die Verantwortlichen des ESV Buchloe nun den ersten Neuzugang für die kommende Saison verkünden – und der hat es in sich. Denn mit der Verpflichtung von Nicolas Strodel ist den Piraten für die nächste Bayernligaspielzeit durchaus ein kleiner Transfercoup gelungen. Der 27-jährige gebürtige Buchloer wird ab sofort die Angriffsreihen der Gennachstädter verstärken, nachdem er bislang in seiner Laufbahn in der DEL2 und Oberliga immer nur höherklassig unterwegs war.
Dementsprechend glücklich zeigen sich auch die Verantwortlichen bei den Rot-Weißen über diesen Top-Transfer. „Es freut mich total, dass sich Nico für uns entschieden hat, denn er zählt aus meiner Sicht mit zu den besten Spielern der Liga“, so die Einschätzung von Trainer Dominic Weis. „Er ist im besten Eishockeyalter und mit seiner Spielintelligenz wird er eine tragende Säule in unserem Team einnehmen, weshalb er ein absoluter Gewinn für uns ist“, so der ESV-Coach weiter, der sich sehr freut mit dem Neuzugang in der kommenden Saison arbeiten zu können.
Und auch für Team-Manager David Strodel ist die Verpflichtung eine ganz besondere und emotionale Angelegenheit. „Ich freue mich riesig darauf, ihn hier zu haben, denn Nico wird uns auf und neben dem Eis extrem guttun“, verkündet Strodel die Rückkehr seines Cousins zu den Anfängen seiner Laufbahn. „Nico ist in Buchloe geboren, hat hier das Eishockeyspielen gelernt und die Verbindung zum ESV war nie weg“, berichtet der Team-Manager und lässt dabei auch kurz anklingen, wie die Rückkehr zustande kam. „Er wird im Herbst sein Studium abschließen und sich danach voll auf seine berufliche Zukunft konzentrieren. Umso mehr freut es mich daher, dass er sich entschieden hat, dann wieder für seinen Heimatverein aufzulaufen und dass diese Entscheidung für ihn ein No-Brainer war.“
Dabei ist der Name „Strodel“ im Buchloer Eishockey ein durchaus bekannter. Nicht nur der aktuelle Team-Manager David Strodel, der in seiner aktiven Zeit rund 250 Partien unter anderem auch als Kapitän für den ESVB absolviert hat, sondern auch dessen Bruder Mathias lief ebenfalls lange für die Piraten auf und ist inzwischen auch wieder als Trainer im Buchloer Nachwuchs engagiert. Aber auch die beiden Cousins von David und Mathias haben das Eishockey-Gen in sich – und das sehr erfolgreich. Denn die Brüder Manuel und Nicolas Strodel haben es sogar bis hoch in die DEL bzw. DEL2 geschafft. Manuel, der mit 34 Jahren ältere der beiden Brüder, war schließlich jahrelang in der höchsten deutschen Eishockey-Klasse unterwegs und brachte es für Düsseldorf und Frankfurt auf über 300 Erstligaspiele, ehe er nach drei Jahren in Rosenheim zuletzt nicht mehr aktiv war. Sein jüngerer Bruder Nicolas, der die letzten drei Jahre beim Oberligisten Lindau unter Vertrag stand, ist aber noch im besten Eishockey-Alter und kehrt nun zu den Wurzeln zurück – nämlich zu seinem Heimatverein nach Buchloe.
Denn was alle vier genannten Strodels vereint ist die Tatsache, dass sie in der Gennachstadt das Schlittschuhlaufen gelernt und damit hier ihre allerersten Schritte im Nachwuchsbereich gemacht haben. Lange blieb das große Talent aber nicht verborgen und so schlossen sie sich der Nachwuchsschmiede des ESV Kaufbeuren an, wo man sich auf höchstem Niveau messen konnte. Nicolas spielte später – genau wie sein Bruder Manuel – auch noch im Nachwuchs der Düsseldorfer EG und bestritt im Jugendalter von der U18 bis zur U20 auch einige Länderspiele für die deutsche Nationalmannschaft. 2017/18 ging es für den Stürmer dann für ein Jahr in die österreichische Nachwuchsakademie von RB Salzburg, ehe anschließend der Gang in die DEL2 folgte. Dort war Nicolas für zwei Jahre in Bad Nauheim und Weißwasser aktiv und sammelte zugleich per Förderlizenz auch in der Oberliga weitere Spielpraxis. Die dritthöchste Liga wurde anschließend auch das Zuhause von Strodel – dann jedoch wieder in näherer Umgebung zur Heimat. Denn 2020 wechselte der Linksschütze für drei Spielzeiten zum damaligen Oberligisten nach Landsberg, wo er in knapp 70 Spielen auf 61 Scorerpunkte kam. Eine ähnlich gute Bilanz gelang ihm danach auch bei seiner letzten Station am Bodensee, wo er in den vergangenen drei Jahren für die Lindau Islanders in knapp 130 Partien 90 Punkte verbuchen konnte. Insgesamt bestritt der 27-jährige Angreifer in den zurückliegenden Jahren rund 230 Oberligaspiele und wies dort mit 56 Treffern und 108 Vorbereitungen eine beachtliche Quote auf, von der nun künftig die Buchloer Offensive profitieren soll, wenn Nico ab dem kommenden Winter also nun endgültig ganz nach Hause zurückkehrt.
Back to the roots und damit herzlich Willkommen zurück zu Hause im Piraten-Lager, Nico!


