Es fehlte die Konstanz
Verantwortliche des ESV Buchloe blicken nach dem Klassenerhalt auf eine Saison mit Höhen und Tiefen zurück
Buchloe (chs) Rund zwei Wochen ist es her, dass der ESV Buchloe das letzte Saisonspiel absolviert und sich mit einem Sieg den Klassenerhalt in der Bayernliga gesichert hat. Ein versöhnliches Ende einer unter dem Strich sicherlich durchwachsenen Saison, in der den Buchloern vor allem eines fehlte, nämlich die nötige Konstanz. Dementsprechend selbstkritisch fällt in vielen Bereichen auch die Bilanz der sportlich Verantwortlichen aus – trotz der am Ende doch recht souveränen Abstiegsrunde und dem damit verbundenen Ligaverbleib in Bayerns höchster Eishockey-Spielklasse.
Mit einigen vielversprechenden und teils höherklassig erfahrenen Spielern hat die sportliche Leitung im vergangenen Sommer sicherlich einiges an Erwartungen bei Fans und auch bei den Konkurrenten geschürt. Doch dass das in der Bayernliga inzwischen alles andere als eine Garantie für Erfolg ist, haben in diesem Jahr nicht nur die Buchloer erfahren müssen. Zu qualitativ stark besetzt und ausgeglichen ist das Teilnehmerfeld und die Leistungsdichte in der Liga mittlerweile, was die Attraktivität für den neutralen Zuschauer zwar erhöht, es aber für jede Mannschaft auch schwerer macht, in die vordere Tabellenhälfte zu kommen. Und das mussten letztlich auch die Gennachstädter so spüren, denen es über die 30 Hauptrundenpartien hinweg wie bereits erwähnt vor allem an der nötigen Konstanz fehlte, um am Ende unter den Top 10 zu landen. Zu oft folgten auf gute Leistungen – wie beispielsweise den Derbysiegen über Landsberg und Kempten, wo man alle vier Duelle für sich entscheiden konnte – wieder Rückschläge. Und so ist es auch nicht verwunderlich, dass den Piraten in der kompletten Saison über nur zwei perfekte Wochenenden mit der vollen Punkteausbeute gelangen. „Irgendwo war von Beginn an der Wurm drin und den haben wir bis zum Schluss nicht komplett rausbekommen“ bilanziert Team-Manager David Strodel daher die Saison, in der natürlich einiges anders lief als erhofft, wie Strodel auch ehrlich zugibt.
So zeigten die Freibeuter schon von Beginn an oft sehr schwankende Auftritte, was letztlich dazu führte, dass es bereits zum Start der Rückrunde einen Trainerwechsel gab. „Es hat zwischen Team und Trainer in Summe sportlich einfach nicht ganz gepasst, weshalb ich Waldemar Dietrich hier nochmals Respekt zollen muss, dass er sein Amt dann von sich aus zur Verfügung gestellt hat, um so nochmals für einen neuen Impuls zu sorgen“, berichtet Strodel über den Wechsel an der Bande Anfang Dezember. Dietrichs Nachfolger Dominic Weis verschaffte den Freibeutern danach trotz seines Sprungs ins kalte Wasser doch etwas mehr Stabilität. Aber am Ende reichte es mit Hauptrundenrang 12 dennoch verdientermaßen nicht für die Teilnahme an den Pre-Playoffs, was auch Weis so sah: „Die Truppe hat zwar gut mitgezogen und stellenweise war hier auch eine Entwicklung zu erkennen, aber so richtige Konstanz haben wir auch in der Rückrunde nicht hinbekommen“. So gab es hier beispielsweise neben sechs Heimsiegen in Folge auch sieben Auswärtsniederlagen am Stück, was die Aussage des Buchloer Trainer auch nochmals untermauert. Eine weitere sichtbare Problemzone der Piraten – vor allem hinten raus – war zudem auch die ungenügende Effektivität im Powerplay, die besonders in den engen Spielen durchaus den ein oder andere wichtigen Punkt gekostet hat.
Positiv ist aber in jedem Fall, dass die Freibeuter dann in der alles entscheidenden Phase im Kampf um den Klassenerhalt nochmals zusammengerückt sind. „Die Abstiegsrunde haben wir schon recht souverän gemeistert“, meint Head-Coach Weis, womit sich die Piraten zumindest eine Zitterpartie in den Playdowns wie im letzten Jahr erspart haben. Und noch etwas heben alle Verantwortlichen neben der gelungenen Kooperation mit der U20 des ESVK, die man aus Buchloer Sicht auch im kommenden Winter gerne weiterführen würde, als absolut positiv heraus – nämlich den Zuschauerzuspruch. „Der war nicht nur in der Abstiegsrunde überragend, sondern hat auch auf die gesamte Saison gesehen eine tolle Entwicklung genommen“, freut sich Strodel über fast 100 Zuschauer mehr im Schnitt im Vergleich zur Vorsaison. Auch die erfolgreichen Charity-Aktionen wie das Golf-Turnier im letzten Sommer, die Pinktober-Aktion zu Gunsten der Brustkrebsvorsorge oder auch das Spiel der Herzen im Derby gegen Landsberg seien dank der Unterstützung aller echte Highlights gewesen, die man in den nächsten Jahren unbedingt weiterverfolgen möchte – ebenso wie den gelungenen Merchandise-Verkauf.
Langweilig wird es den Verantwortlichen im Piraten-Lager also definitiv nicht werden, zumal in den kommenden Wochen hinter den Kulissen mit den Planungen für neue Saison wieder richtig viel Arbeit wartet. Die ersten Weichen hat man dabei mit der Weiterverpflichtung von Kapitän Alexander Thiel und auch der Verlängerung von Coach Dominic Weis bereits gestellt. Vor allem dem Buchloer Trainer stehen dort arbeitsreiche Monate bevor, da er entscheidend in die Kaderplanung miteinbezogen werden soll, damit die Buchloer auch im kommenden Winter in der mit Sicherheit nicht schwächer werdenden Bayernliga wieder eine ordentliche Rolle spielen können.
Die ESV-Saison 2025/26 in ein paar statistischen Werten:
(Quelle: Bayernhockey.com, Stand 05.03.2026)
Saisonpflichtspiele gesamt: 36 (30 Hauptrunden- und 6 Abstiegsrundenspiele)
Hauptrunde: 13 Siege (davon 8 zu Hause) – 17 Niederlagen (davon 8 zu Hause)
–> Tabellenplatz 12 (39 Punkte, 96 : 113 Tore)
Abstiegsrunde: 4 Siege (davon 2 zu Hause) – 2 Niederlagen (davon 2 zu Hause)
–> Tabellenplatz 2 (13 Punkte, 24 : 16 Tore)
Gesamttorverhältnis: 120 : 129 –> im Schnitt 3,34 : 3,59
höchster Saisonsieg: 9:3 in Burgau
höchste Saisonniederlage: 1:9 in Waldkraiburg
Strafminuten gesamt: 444 –> im Schnitt pro Spiel 12,34 Strafminuten –> Platz 7 ligaweit
Powerplayquote: 17,36% (25 Tore in 144 Überzahlspielen) –> Platz 13 ligaweit
Penaltykilling: 75,51% (36 Gegentore in 147 Unterzahlspielen) –> Platz 11 ligaweit
Shorthander: 6
Zuschauer: gesamt 7499 in 18 Heimspielen –> im Schnitt 418
(im Vorjahr: gesamt 7231 in 23 Heimspielen –> im Schnitt 314)
Topscorer: Adriano Carciola (34 Punkte in 35 Spielen)
bester Torschütze: Adriano Carciola (17 Treffer in 35 Partien)
bester Vorbereiter: Joey Lewis & Demeed Podrezov (je 20 Assists in 27 bzw. 26 Partien)
bester Scorer im Schnitt: Mateo Cabral (12 Tore & 12 Assists in 14 Partien –> 1,71 Punkte pro Spiel)
torgefährlichster Verteidiger: Alexander Thiel: (11 Tore 16 Assists –> 27 Punkte)
„Bad-Boy“: Marc Krammer (56 Strafminuten)
Dauerbrenner: Marc Krammer (hat als einziger alle 36 Pflichtspiele absolviert)
Torhüter:
– David Blaschta: 23 Spiele (1294 Spielminuten), 76 Gegentore –> Gegentorschnitt 3,52
– Dieter Geidl: 10 Spiele (604 Spielminuten), 31 Gegentore –> Gegentorschnitt 3,08
– Dominic Guran: 4 Spiele (245 Spielminuten), 14 Gegentore –> Gegentorschnitt 3,43
– Fabian Hartmann: 2 Spiele (38 Spielminuten), 5 Gegentore –> Gegentorschnitt 7,92



