Piraten verlangen dem Favoriten bis zur allerletzten Minute alles ab

ESV Buchloe unterliegt dem HC Landsberg nach packendem Derby erst in der Verlängerung

 

Buchloe (chs) Ein intensives, temporeiches, bis zum Schluss spannendes und somit sehr unterhaltsames Derby bekamen rund 380 Zuschauer am Freitagabend in der Buchloer Sparkassenarena zwischen dem heimischen ESV und dem HC Landsberg geboten. Am Ende zogen die Hausherren nach einem mehr als beherzten Auftritt gegen den favorisierten Bayernligisten denkbar nur knapp mit 3:4 (3:0, 0:1, 0:2) den Kürzeren. Und dennoch konnten die Freibeuter erhobenen Hauptes vom Eis gehen, denn dank einer geschlossenen Mannschaftsleistung mit einem überragenden Rückhalt Johannes Wiedemann im Tor zwang der ESV den Rivalen vom Lech immerhin bis in die Verlängerung.

 

Schon der Auftakt verlief äußerst vielversprechend – zumindest wenn man es mit den Buchloern hielt. Denn bereits nach gerade einmal 15 Sekunden zappelte der Puck das erste Mal in den Maschen. Robert Wittmann hatte aus spitzem Winkel die Scheibe vorbei an HCL-Goalie David Blaschta in den Torwinkel gesetzt und so für einen blitzschnellen Traumstart der Gastgeber gesorgt. Und es ging gut weiter: So legten die Pirates im Powerplay nach, nachdem man das erste eigene Unterzahlspiel schadlos überstanden hatte. Zunächst scheiterte David Strodel noch am Pfosten, ehe Alexander Krafczyk in doppelter Überzahl per Direktabnahme humorlos zum 2:0 einnetzte (6.). Körperbetont und temporeich ging es für ein Vorbereitungsspiel auch anschließend weiter, wobei die Buchloer den disziplinierteren Eindruck hinterließen. Landsberg hatte zwar immer wieder Chancen, doch mit vereinten Kräften und mit einem bestens aufgelegten Johannes Wiedemann zwischen den Pfosten ließen die Rot-Weißen vorerst keine Gegentreffer zu. Stattdessen konnte man Vorne sogar nochmals erhöhen. Aus schier unmöglichem Winkel überlistete Maximilian Schorer nach 13 Minuten den Landsberger Keeper zum 3:0. Mit diesem Resultat ging es auch erstmalig in die Kabinen.

Auch im Mitteldrittel hielten die Piraten weiterhin erstaunlich gut dagegen, während die Mannen vom Lech zusehends an Wiedemann verzweifelten, da dieser überall zu sein schien. Zwischendurch hatten die Buchloer dann auch Glück, als Tobias Wedl nur das Aluminium anvisierte (29.). Beide Kontrahenten boten den Zuschauern auch im zweiten Abschnitt ein flottes Duell in dem nun – für ein Derby entsprechend – auch mehrfach die Emotionen etwas hochkochten. So waren die Strafbänke immer wieder gut belegt, was die Gäste nach gut 34 Minuten auch zum Anschluss nutzten. Bei Vier gegen Drei profitierte Thomas Fischer vom Platz auf dem Eis und verkürzte auf 3:1.

Im Schlussdrittel schien die Partie dann doch zu Gunsten des ligahöheren Bayernligisten zu kippen. Denn mit einem Doppelschlag gelang den Riverkings schnell nach Wiederbeginn der Ausgleich. Erst hatte Marek Charvat in Überzahl mit einem Blueliner zum 3:2 getroffen (44.), ehe Dennis Sturm aus dem Gewühl heraus nur 51 Sekunden später das 3:3 markierte. Wer nun aber mit dominierenden Gästen rechnete, sah sich getäuscht. Die Buchloer kämpften nämlich unerschrocken weiter und hielten auch fortan voll dagegen. Beide hatten in der Folge so noch die ein oder andere Chance, doch eine Entscheidung sollte vorerst nicht fallen, weshalb die Gennachstädter den Landsbergern so nicht unverdient ein Unentschieden nach 60 Minuten abtrotzten.

In der Verlängerung überstand der ESV zunächst eine Unterzahl und hatte dann durch die Wittmann-Brüder sogar die Riesenchance zum Sieg. Doch leider vergab erst Christian einen Penalty (54.), ehe Bruder Robert gleich darauf mit einem Alleingang glücklos blieb. Und so sicherte sich der HCL – für den es bereits das letzte Testspiel war – doch noch den Auswärtssieg, da Michael Fischer 16 Sekunden vor dem sonst fälligen Penaltyschießen in Überzahl zum 3:4 Endstand traf.