Piraten wenden Niederlage in letzter Sekunde ab

ESV Buchloe gewinnt nach Verlängerung in Pfronten

 

Pfronten/Buchloe (chs) Reichlich Mühe hatte der ESV Buchloe am Freitagabend beim Gastspiel in Pfronten. Gegen den Tabellenachten boten die Piraten nach zuletzt starken Auftritten eine eher enttäuschende Leistung und kamen am Ende dennoch zu einem 5:4 (2:2, 1:0, 1:2) Sieg, der nach Verlängerung aber denkbar knapp war. Bis eine Sekunde vor der Schlusssirene lagen die Buchloer dabei sogar mit 3:4 zurück, ehe John Boger im allerletzten Augenblick den Ausgleich besorgte und Timo Rauskolb dann in der Overtime den Siegtreffer erzielte.

 

„Es war eines der schwächsten Spiele seit ich hier bin“, bezeichnete ESV-Trainer Alexander Wedl die fast 65 Minuten seiner Schützlinge im Anschluss. Wenn auch hart, war ein bisschen Wahrheit an dieser Einschätzung durchaus dran, denn die im Voraus klar favorisierten Buchloer boten an diesem Abend keine wirklich gute Leistung. Dass man sich gegen das vermeintliche Kellerkind trotz ordentlichem Beginn dennoch so schwer tat, hatte sicherlich mehrere Gründe.

Denn eigentlich hatte das eher tempoarme Match aus Piraten-Sicht absolut nach Plan begonnen. Marco Göttle (9.), und Thomas Spegele (11.) hatten die Rot-Weißen mit 2:0 in Front gebracht, wobei vor allem Spegeles Tor doch eher kurios zu Stande kam. Denn der Verteidiger hatte hinter dem Tor den Pfrontener Keeper Fabian Mölle so angeschossen, dass die Scheibe ins Tor ging. Im Anschluss kamen aber auch die beherzt kämpfenden Hausherren zu den ersten Abschlüssen. Dass es mit einem 2:2 Unentschieden in die erste Pause ging lag aber vor allem an zwei Nachlässigkeiten der ESV-Hintermannschaft, die binnen 74 Sekunden unmittelbar vor der Pause die Führung viel zu einfach aus der Hand gab. Benjamin Gottwalz (18.) und Johannes Friedl (20.) bestraften diese kurze aber folgenschwere Tiefschlafphase umgehend.

Im Mitteldrittel hatte dann zunächst der pfeilschnelle John Boger mit einem Unterzahl-Konter die neuerliche Führung auf dem Schläger, scheiterte aber am Innenpfosten (23.). Danach musste David Vycichlo mit 5+Spieldauer vorzeitig zum Duschen, nachdem er sich völlig unnötig mit einem Bandencheck für ein vorangegangenes Foul revanchierte. Dennoch glückte Alexander Krafczyk bei Vier gegen Vier wenig später das 3:2, als er sich mit einem unglaublichen Solo gegen gleich vier Pfrontener Akteure durchsetzte und dann auch noch den Torwart verlud (28.). Doch statt den Vorsprung weiter auszubauen, ließen die Freibeuter danach gleich mehrfach die besten Chancen liegen. Alexander Krafczyk, Robert Wittmann und Maximilian Schorer vergaben die allerbesten Einschussmöglichkeiten, sodass bis zur zweiten Pause keine weiteren Tore mehr fielen.

Die fahrlässige Abschlusseffizienz rächte sich im Schlussabschnitt dann prompt. Moritz Lochbihler durfte praktisch mit Begleitschutz vors Tor ziehen und zum 3:3 einnetzen (42.). Neben den Buchloern verloren nach dem neuerlichen Ausgleich nun in der Folge aber auch die Schiedsrichter ihre Linie, was vor allem die Buchloer traf und verständlicherweise ärgerte. Das 3:4 durch Dennis Gröger, das die Gastgeber nach 45 Minuten erstmals in Front brachte, hatten sich die Buchloer aber komplett selbst zuzuschreiben. Dennoch kam bei den Pirates durch die ständigen Hinausstellungen – am Ende waren es 59 Strafminuten, bei den Gastgebern nur 22 Minuten – aber kein Spielfluss mehr zustande. In der Schlussminute musste dann zu allem Überfluss auch noch Oliver Braun nach einem üblen Check benommen vom Eis, während der Übeltäter mit 2+10 Minuten noch gut bedient war (60.). Während alle bereits mit einer Buchloer Niederlage rechneten, glückte John Boger bei Spielzeit 59:59 anschließend tatsächlich noch der nicht mehr für möglich gehaltene Ausgleich, dem Timo Rauskolb in der Verlängerung 17 Sekunden vor dem drohenden Penaltyschießen den Siegtreffer folgen ließ (65.).

 

Die Pressekonferenz nach dem Spiel: –>Ansehen