ESV Buchloe vor Jubiläumssaison in der Bayernliga

Piraten starten am Freitag in ihre zehnte Spielzeit am Stück in Bayerns höchster Spielklasse

 

Buchloe (chs) Wenn der ESV Buchloe am Freitag ab 20 Uhr auf die Wanderers Germering trifft, dann geht es für die Gennachstädter nicht nur das erste Mal um Punkte, nein dann starten die Piraten auch in eine ganz besondere Spielzeit. Fast genau neun Jahre ist es dann nämlich her, dass die Rot-Weißen 2008 nach ihrer Landesligameisterschaft und dem damit verbundenen Aufstieg das erste Spiel in der Bayernliga absolvierten. Mit der anstehenden Spielzeit feiern die Freibeuter somit ein kleines Jubiläum, denn immerhin ist die BEL Saison 2017/18 demnach die Zehnte in Folge für den ESV.

 

Sportlich gesehen hat man einiges in den vorangegangenen Jahren erlebt – positiv wie negativ. Die letzte Spielzeit verlief dabei mit der Qualifikation für die Zwischenrunde und dem daraus resultierenden vorzeitigen Klassenerhalt recht erfolgreich. Daran will man, wenn es nach den Verantwortlichen geht, auch heuer anknüpfen. „Unser Ziel ist wieder das Erreichen der Zwischenrunde mit den Oberligisten“, gibt der 2. Vorstand Florian Warkus die Marschroute vor. Für die Piraten würde dies bedeuten, dass man nach 26 Hauptrundenspielen mindestens Achter werden müsste. Fragt man ESV-Trainer Topias Dollhofer, so sind dessen Ziele sogar noch etwas ambitionierter. „Wir wollen den nächsten Schritt machen und die Playoffs erreichen“, sagt der 35-Jährige, der nach seiner Debütsaison im letzten Jahr nun in seine zweite Spielzeit hinter der Bande geht. Das dies – egal ob Zwischenrundenteilnahme oder sogar Playoffs – kein Zuckerschlecken werden dürfte, ist beiden aber auch klar. „Die Liga ist noch einmal enger und ausgeglichener geworden“, sind sich Warkus und Dollhofer einig. Wirkliche Favoriten auszumachen ist somit gar nicht so einfach. Der Oberligaabsteiger Höchstadt steht bei beiden aber ganz oben auf dem Zettel, ebenso wie der Nachbar aus Landsberg. Und auch den Liganeuling und ehemaligen Altmeister Füssen, der in den letzten beiden Jahren den Durchmarsch aus der Bezirksliga in die Bayernliga schaffte sehen Warkus und Dollhofer als Anwärter auf die vorderen Plätze. „Die Liga ist auch heuer wieder sehr stark besetzt und jeder will unter die Top acht“, meint Dollhofer. „Außerdem haben sich praktisch alle Teams mit zum Teil namhaften Spielern verstärkt.“

Auch bei den Buchloern gab es im Sommer mit Dustin Vycichlo, Martin Zahora, Maximilian Gerbold, Maximilian Raß und Simon Beslic fünf Neuzugänge. Einen ganz so großen Umbruch wie im letzten Jahr, als man gleich neun Neuzugänge – darunter auch Trainer Dollhofer – und elf Abgänge verkraften musste, gab es dieses Mal also nicht. Dennoch müssen die schmerzhaften Abgänge von Routinier Tobias Kastenmeier, ESV-Urgestein Oliver Braun und den Strodel-Brüdern erst einmal kompensiert werden. „Unsere Neuen haben das in den ersten Vorbereitungsspielen aber alle recht gut gemacht“, attestiert Dollhofer den fünf jungen Neuen bislang ein gutes Zeugnis. Denn eines ist auch auffällig: Alle fünf Neuverpflichtungen sind unter 25 und gehören somit sicherlich noch zu den jungen Akteuren in der Liga. Für die Buchloer ist das aber nicht verwunderlich, denn auch heuer setzt man wieder auf einen Kader mit zahlreichen jungen Spielern, darunter auch viele aus dem eigenen Nachwuchs beziehungsweise aus der unmittelbaren Umgebung. Allein 13 des 23 Mann fassenden Kaders sind unter 24 Jahren.

Ob dieser junge Kader die Erwartungen der Fans und Verantwortlichen erfüllen kann, wird sich in den kommenden Wochen und Monaten zeigen. Für den Heimspielstart am Freitag ab 20 Uhr gegen Germering hätte man aber beim ESV sicher nicht dagegen, wenn es so läuft wie beim Auftaktspiel vor neun Jahren, als man damals als Liganeuling im ersten Match gleich beim damaligen amtierenden Meister in Waldkraiburg mit 4:3 gewann.